Anleitung zum Bohren von Bruyere-Blöcken
Werkzeuge:

Von Links nach Rechts:
1. Forstnerbohrer, auch Scharnierloch- oder Topfbohrer genannt. Den gibt es in jedem Baumarkt für
verhältnismäßig wenig Geld, eine gute Größe ist 35 mm. Man braucht ihn, um erstmal ebene Flächen
senkrecht zur Bohrachse zu schaffen. Siehe Schritt 3
2. Löffelbohrer für die Rauchkammer. Hier wird es schwierig, da es dieses Werkzeug kaum zu kaufen gibt.
Mir ist nur der Amerikanische Versand PIMO bekannt.
Ansonsten muß man sich sowas bei einem Werkzeugmacher /-schleifer (Gelbe Seiten) aus einem Holzbohrer
anfertigen lassen. Alternativ kann man sich auch einen Spiralbohrer umschleifen lassen.
3. Spiralbohrer extralang für das Zugloch, Durchmesser 3 - 5 mm, je nach Geschmack. Auch hier muß man
evtl. erst einen Werkzeughandel suchen, da die langen Bohrer kein typischer Baumarktartikel sind.
4. Bohrer für die Zapfenbohrung. Hier als Spezialausführung von
PIMO, die gleich das Ende plan fräst. Der
Durchmesser hängt natürlich von später verwendeten Mundstückzapfen ab.
5. Ein handelsüblicher Kegelsenker, der auch für die Mundstückbohrung gebraucht wird.
6. Nicht auf dem Bild: Eine solide Bohrmaschine. Die Kombination aus Handbohrmaschine und einfachem Bohrständer
ist leider nicht allzu stabil und hat vor allem meist eine viel zu geringe Bohrtiefe. Ideal ist eine
Werkstattbohrmaschine in Säulen- oder Tischausführung mit einem passenden Schraubstock. Ansonsten braucht man noch
einen kleinen Winkel, ein Lineal und einen Stift.
Schritt 1:

Zunächst zeichnet man sich auf dem Bruyere-Block mit einem Bleistift die Lage des späteren Bohrungen ein.
Dazu ist es hilfreich, wenn man die Seitenflächen zunächst anschleift und mit Wasser befeuchtet bzw. beizt.
Dadurch kann man die Maserung des Holzes recht gut beurteilen und so eine Lage suchen, die später eine
ansprechende Kopfform ergibt.
Für die ersten Versuche ist es ratsam, eine gerade oder nur ganz leicht gebogene Pfeifenform zu wählen.
Bei stärker gebogenen Pfeifen liegen Rauchkanal und Zapfenloch nicht mehr in einer Achse, was das Bohren
erheblich komplizierter macht.
Die Stelle, an der Tabakbohrung und Rauchkanal aufeinander treffen, sollte man sich deutlich markieren.
Wichtig für das Ergebnis ist auch, daß man den Block gut einspannen kann. Dazu sollte er möglichst parallele
Seiten besitzen. Hat er die nicht, sollte man mit einer Band- oder Kreissäge, zur Not auch mit der Handsäge,
Abhilfe schaffen. Nur so ist sichergestellt, daß sich der Block beim Bohren nicht bewegen kann.
Schritt 2:

Nun wird der Block in den Schraubstock der Bohrmaschine gespannt. Zuvor wird dieser auf
dem Tisch der Bohrmaschine sauber ausgerichtet und fest aufgespannt. Dabei ist vor allem wichtig, daß man
den Block später auch mittig trifft.
Bevor es mit dem Bohren losgehen kann, muß man sich noch auf dem vorderen Backen eine Markierung anbringen, wo
die Bohrermitte liegt (Im Bild rot). Dazu dreht man den Schraubstock soweit zu, daß der Backen unter dem
Bohrer ist und stellt dann den Bohrer soweit nach unten, bis er den Backen berührt. Die Markierung sollte
haltbar sein, also zum Beispiel mit wasserfestem Stift o.ä.
Beim Einspannen des Blockes müssen nun erstmal die Markierung auf dem Holz und auf dem Schraubstock
zueinander ausgerichtet werden. Stimmen Seiten- und Höhenlage, dann kann man mit Hilfe eines kleinen Winkels
die angezeichnete Bohrachse senkrecht zum Schraubstock ausrichten. Ist das sorgfältig geschehen, kann
endlich gebohrt werden.
Nach Möglichkeit sollten nach dem Ausrichten alle Bohrvorgänge in einem Zug ohne Umspannen erledigt werden,
damit die Bohrungen wirklich zueinander die richtige Lage haben. Späteres Neueinrichten ist zwar möglich, birgt aber
immer die Gefahr von Abweichungen.
Schritt 3:

Damit der Bohrer für den Brennraum auf der unebenen Holzoberfläche nicht weglaufen kann,
empfiehlt es sich, zuerst mit dem Forstnerbohrer ein plane Fläche zu fräsen. Eventuell muß man größere
Hindernisse schon grob mit der Säge entfernen.
Da der Forstnerbohrer eine kräftige Zentrierspitze hat, ist nebenbei für eine gute Führung der weiteren
Bohrschritte gesorgt
Schritt 4:

Die flachen Brennraumbohrer haben den Nachteil, daß sie an der Spitze schlecht schneiden
und gerne weglaufen. Daher ist es notwendig, mit einem normalen Spiralbohrer vorzubohren. Ein Durchmesser von
6 bis 7 Millimeter ist ausreichend. Allerdings sollte man nicht bis ganz unten durchbohren, um einen wirklich
guten Bodenabschluß zu erzielen. Für die letzten paar Millimeter ist die Schneidleistung des Flachbohrers völlig
ausreichend.
Schritt 5:

Nun kann der Brennraum gebohrt werden. Dazu muß man aber wissen, wie tief man bohren darf.
Dazu den Block aus- und den Flachbohrer einspannen. Dann stellt man den Bohrer wieder soweit nach unten zu,
bis er die Oberkante des Schraubstocks erreicht und fixiert dieses Maß mit dem Tiefenanschlag der Bohrmaschine.
Jetzt kann der Block wieder eingespannt werden, dabei natürlich wieder auf die senkrechte Ausrichtung per Winkel
achten. Kleine Abweichungen sind an dieser Stelle aber kein Problem. Mit niedriger Drehzahl bohrt man nun langsam den
Brennraum aus. Gerade bei den letzten Millimetern langsam vorgehen und nicht zu sehr drücken sondern den Bohrer von
allein schneiden lassen. Durch den zuvor eingestellten Anschlag trifft man jetzt genau die passende Bohrtiefe.
Für eine perfekte Bohrungslage muß man noch um die halbe Dicke des Zuglochbohrers tiefer bohren, damit das Zugloch
genau bündig mit dem Boden austritt. Das erledigt man entweder gleich oder als letzen Arbeitsgang.
Schritt 6:

Zum Bohren von Zug- und Zapfenloch muß der Block natürlich wieder umgespannt werden ...
Schritt 7:

Auch hier ist es empfehlenswert, mittels Säge und / oder Forstnerbohrer eine Planfläche zu schaffen.
Schritt 8:

Nun kommt eine heikle Operation. Das Zugloch soll sich ja mit mit der Brennkammer mittig und bündig
treffen. Der genauen Aurichtung des Blocks kommt an dieser Stelle also höchste Bedeutung zu! Zuvor muß natürlich wie
oben beschrieben wieder die Tiefe der Bohrung per Anschlag festgelegt werden. Also Block raus, Bohrer rein und Tiefe
einstellen. Nun den Block wieder einspannen und sauber ausrichten. Jetzt kann das Zugloch gebohrt werden, dabei
aber immer wieder den Bohrer aus der Bohrung herausbringen, um die Späne zu beseitigen. Sonst riecht es bald brenzlig
und der Bohrer läuft heiß.
Schritt 9:

Zum Bohren des Zapfenlochs sollte der Block nicht ausgespannt werden, damit beide Bohrungen auch
wirklich in einer Achse liegen, es sei denn, es handelt sich um eine gebogene Pfeifenform, wo ein Winkelversatz
notwendig ist. Also nach Möglichkeit nur den Bohrer auswechseln. Hat man nicht das Kombiwerkzeug (1. Bild, Nr. 4),
so sollte man sicherheithalber vorher nochmal mit dem Forstnerbohrer planieren, damit der Übergang Mundstück-Holm
exakt rechtwinklig wird. Danach kann man das Zapfenloch ganz einfach in der benötigten Tiefe bohren.
Schritt 10:

Zum Abschluß kommt der Senker ins Spiel, um das Ende des Zapfenlochs mit einer kleinen Fase zu
versehen. Diese ist später zum guten und spaltfreien Sitz des Mundstücks wichtig.
Fertig

Wenn alles geklappt hat, sollten die Bohrungen am Schluß so aussehen. (Wer dabei wirklich einen
halbierten Block in der Hand hat, hat aber etwas falsch gemacht ;-) Wenn man im Schritt 5 nicht schon die
Brennkammer um die halbe Dicke des Zuglochs tiefer gebohrt hat, so sollte man das spätestens jetzt noch vorsichtig
nachholen. Allerdings muß man dazu mit dem richtigen Einspannen des Blocks sorgfältig sein.
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